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Der Schuh des Manitu

völlig absurd - aber wer es mag

Der Schuh des Manitu 19.09.2009

Entgegen meiner Vorliebe für dramatische Stoffe beim Musical entschied ich mich diesmal für eine „Komödie ad absurdum“, nämlich den Schuh des Manitu, aufgeführt im Theater des Westens in Berlin.
Ich nehme es vorweg: Das Stück gefiel mir überhaupt nicht, jedoch bescheinige ich allen Darstellern eine großartige Leistung, zum einen schauspielerisch sowie gesanglich, zum anderen motivationstechnisch. Denn jeden Abend auf der Bühne erneut diesen Blödsinn zu „verzapfen“, diese schrillen, ja paradiesvogelartigen Kostüme zu tragen und diese idiotischen Texte zu singen, verlangt absolute Hochachtung. Die Darsteller waren durch die Bank wirklich sehr gut und haben mit Intensität dieses Stück gelebt. Allen voran Mathias Schlung als Abahatchi, Veit Schäfermeier als Winnetouch und Jörg Hilger als Ranger. Auch gefiel mir Ingo Brosch als Gangsterboss Santa Maria ausnehmend gut. Technisch hat das Musical ebenfalls einiges zu bieten. Von Pyrotechnik bis zur Videoprojektion ist vieles im Stück enthalten.
Es krankt einzig und allein an der Grundlage des Musicals, der Story bzw. Filmvorlage, die - dank Bully Herbig -, einfach zu banal ist.
So jagt ein schräger Gag den anderen, alles wird veralbert und aufs Korn genommen, aber an sonstigem Anspruch ist nichts vorhanden. Das gesamte Niveau des Stücks lässt sich gut mit dem Song beschreiben, der vom Griechen Dimitri gesungen, vom Publikum den meisten Beifall erhält: „Ich trinke Ouzo – und was machst Du so?“ Etwa auf dieser Ebene bewegt sich der intellektuelle Anspruch des Schuh des Manitu.
So ist es zwar eine kurzweilige Aufführung, man kann lachen, aber es bleibt absolut nichts hängen. Es gibt keinerlei bleibenden Eindruck, und keinesfalls das Gefühl die Vorstellung noch einmal besuchen zu wollen.
So kann ich zwar die Darsteller empfehlen, die ihr Handwerk wirklich verstehen, die erzählte Geschichte ist jedoch, um es mit zwei Worten zu sagen: „zu dumm“.
In diesem Sinne: „Servus, Bully!“

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