My Elvis Tribute

Montag, 20. August 2018 - 21:33 Uhr
Elvis - The Multimedia Experience mit Steven Pitman, Kevin Löhr und Cheyenne Janas - Theater am Park - Bad Nauheim - 17.08.2018


Der zweite Tag des Elvis Weekends anlässlich Elvis Presleys 41. Todestag im Theater am Park in Bad Nauheim ist vorbei. Er stand dem ersten Tag in Nichts nach. Steven Pitmans Multimedia Experience war ein Erlebnis der besonderen Art. Es ist eine Show, die nicht nur zwei hervorragende Elvis Tribute Künstler auf die Bühne bringt, sondern „the man himself“, Elvis Presley. Es ist faszinierend hinter Steven und Kevin auf die Leinwand zu schauen und all die wundervollen Bilder aus Elvis‘ Leben zu sehen. Dazu singen Steven und Kevin die legendären Songs von Elvis. Richtiger gesagt - sie performen die Songs. Und wie...
Es ist absolut faszinierend zu sehen wie deckungsgleich ihre Bewegungen mit denen Elvis Presleys sind. Eine Show von Steven Pitman wäre keine Show von ihm, wenn sie nicht bis ins Detail ausgeklügelt wäre. Ich halte ihn für einen der akribischsten Elvis Tribute Künstler. So stimmen nicht nur die Bewegungen des Songs mit denen Elvis Presleys überein. Sondern natürlich auch das Kostüm. Es läuft jeweils im Hintergrund eine (oder mehrere) Aufnahme(n) Elvis Presleys von dem Song ab, der gerade auf der Bühne performt wird. Elvis ist in dieser Show so präsent wie in keiner anderen Elvis Tribute Show. Das Konzept ist großartig und wird von zwei fantastischen Elvis Tribute Künstlern, Kevin Löhr und Steven Pitman, auf der Bühne umgesetzt. Verstärkt haben sich die beiden durch eine wundervolle Nachwuchskünstlerin, die 17-jährige Cheyenne Janas, ein Stimmwunder, die nicht nur Elvis, sondern alles singen kann. Sie gab einige Elvis Presley Songs auf ihre unnachahmliche Weise wieder, dazu Johnny Cashs „Folsom Prison Blues“. Es war bzw. Cheyenne ist faszinierend. Auch das ist eine Eigenschaft, ein Faible, eine Passion Steven Pitmans - jungen Künstlern eine Chance zu geben und sie zu fördern.
Die gestrige Multimedia Experience war eine sehr intensive Show. Von den 50er Jahren angefangen über die Movie Years hin zum 68er Comeback Special gipfelte sie Elvis Presleys Las Vegas Zeit. Es war eine Reise durch die Vergangenheit, die aktueller nicht hätte sein können. Kevin Löhr ist ein hochklassiger Tribute der Rock ‚n‘ Roll Zeit Elvis Presleys. Seine Lässigkeit bei den Songs entführt mit Leichtigkeit in Elvis Presleys Anfänge. Kevins Movie Songs sind nicht weniger faszinierend und voller Dynamik. Aber er kann auch ganz anders. Sein „Don‘t cry daddy“ fand ich außerordentlich und sehr bewegend.
Steven Pitman ist Europameister der Elvis Tribute Artist. Und das zu Recht. Wenn er die Bühne betritt, ist man fasziniert von seiner Kraft und Energie. Er kann alle Facetten Elvis Presleys zeigen. Ob Rock ‚n‘ Roll Song oder Ballade, Country oder Gospel. Nicht zuletzt war er auch der europäische Gospelchampion im Jahr 2015. Seine Professionalität und Akribie sind sein Markenzeichen.
Seine Multimedia Experience ist ein multimediales, aber auch multiples Erlebnis. Es läuft soviel bei dieser Show auf der Bühne ab, visuell, aber auch einfach nur in unserem Kopf. In unserer Vorstellungskraft.
Es war ein Abend mit sehr viel „Input“ - eine wunderschöne Hommage an den größten Entertainer aller Zeiten, die in meinen Augen würdevoller und würdiger nicht sein kann. Danke für eine begeisternde Zeitreise durch das bewegte Leben Elvis Presleys...
Danke Steven, Kevin und Cheyenne.

Samstag, 18. August 2018 - 04:59 Uhr
Elvis on my mind - Andy King und die Memphis Riders im Theater am Park - Bad Nauheim - 16.08.2018

Besser kann ein Elvis-Weekend nicht beginnen...
Andy King und die Memphis Riders begeisterten die Zuschauer im ausverkauften Theater am Park in Bad Nauheim zum Auftakt des diesjährigen Elvis-Festivals. Die Messlatte für die nachfolgenden Künstler liegt nun hoch, denn das gestrige Konzert von Andy King und seiner Band war eines der Extraklasse. Was für eine Stimmung, was für ein Elvis-Feeling, was für eine Hitze. Und das nicht nur wegen der sommerlichen Temperaturen. Andy King und die Memphis Riders heizten dem Publikum im Theater am Park ordentlich ein. Zunächst mit Rock ‚n‘ Roll Songs vom Feinsten. Nur schade, dass im Theater am Park so wenig Platz zum Tanzen ist. Gefolgt von Filmsongs. Wie etwa „Viva Las Vegas“ oder „C‘mon everybody“ - zum Mitmachen. Und das Publikum machte mit - von der ersten bis letzten Minute des Konzerts.
Wie sagte Andy King zu Beginn der Show: „Ihr seid ein kritisches Publikum, weil Ihr alle durch und durch Elvis-Fans seid“. Richtig! Dieses kritische Publikum gab Andy King und den Memphis Riders die Schulnote 1+ oder kampfrichtermäßig ausgedrückt eine 10,0 für das auf die Bühne gezauberte Programm. In Fall von Andy King und seiner Band möchte ich sagen, dass auf die Bühne „geschmetterte“ Programm. Es ging wirklich ab bei diesem Konzert. Tempo, Power, Vielseitigkeit, gepaart mit absoluter Hingabe an Elvis’ legendäre Musik sind meine Attribute der Show. Die Resonanz des Publikums, welches schrie, klatsche, mitsang, die Künstler mit Standing Ovations feierte und Zugaben einforderte, gibt meiner Einschätzung recht.
Was für ein Konzert!
Im 2. Set folgten, einhergehend mit einem Kostümwechsel vom Chain Suit auf den klassischen Concho Suit, die große Balladen von Elvis. Sehr anspruchsvoll zu singende Songs. Es gab ebenfalls noch ein wenig Country on top. Die Auswahl der Songs des gesamten Abends war brilliant. Die Künstler auf der Bühne ebenso.
Gesanglich war Andy King Weltklasse. Aber auch seine restliche Performance war absolut mitreißend. Er schuftete und ackerte - sehr zur Freude des Publikums. Bei Songs wie „Polk Salad“ etwa gab es kein Halten mehr seitens des Künstlers, aber auch des Publikums. Es wurden im Verlauf der Show Schals verteilt, ein Elvis Ring Andy Kings fand dankende Annahme bei einer Zuschauerin und es gab Küsse - zuhauf.
Was für ein genialer Abend mit einem fantastischen Protagonisten Andy King und seinen sensationellen Memphis Riders im Theater am Park. Danke auch an den Intendanten, Ulrich Rhein, uns Elvis-Fans zum Auftakt des Elvis Weekends in Bad Nauheim mit solch einem Leckerbissen, ach was sage ich - mit so einem Gourmet-Menü zu verwöhnen.
Besser geht es nicht.
Viva Elvis - Always on my mind...

Donnerstag, 9. August 2018 - 01:37 Uhr
Der Medicus - Schlosstheater Fulda - 04.08.2018

Der opulente Bestseller von Noah Gordon „Der Medicus“ diente als Vorlage für das gleichnamige Musical, welches gerade im Schlosstheater in Fulda aufgeführt wird. Was für eine Herausforderung diesen Stoff auf die Bühne zu bringen.
Und ich nehme es vorweg: Was für eine Umsetzung...!!!
Von meinem Besuch des Musicals bin ich immer noch tief beeindruckt.
Das Buch von Noah Gordon „Der Medicus“ ist phänomenal.
Das Musical ist es ebenso. Es ist Weltklasse.
Der Stoff ist brilliant erzählt, perfekt dargestellt - von einem mehr als großartigen Ensemble. Das Bühnenbild fasziniert, die Musik fesselt. Die Musik des Medicus’ hat alles, was ein großes Musical braucht. Wundervolle, gefühlvolle Balladen, Tragisches, Komödiantisches, mitreißende Ensemblenummern, schöne Duette, Melancholisches, aber auch Beschwingtes. Einige Melodien gehen sofort ins Ohr. Die Texte sind kämpferisch, romantisch, spielerisch - erzählerisch, sie stimmen nachdenklich und rütteln auf.
Die Geschichte ist absolut kurzweilig erzählt. Sehr spannend. Unterstrichen wird sie durch tolle Kostüme. Ebenso durch ein üppiges Bühnenbild, welches zum Beispiel die persische Stadt Isfahan in Fulda lebendig werden lässt. Oder gar den Palast des Paradieses des Schah von Persien auf die Bühne des Schlosstheaters zaubert.
Das Ensemble des Medicus ist perfekt erwählt.
Von den Protagonisten hin zu allen Nebendarstellern, die in ganz verschiedene Rollen schlüpfen, ist der gesamte Cast eine Mannschaft der Musical Champions League. Ein absolutes Top-Team, um bei der Metapher des Fußballs zu bleiben. Da ich nicht die Leistung aller en Detail beschreiben kann, wähle ich zur exemplarischen „Beobachtung“ einen Darsteller aus, der mich absolut in seinen Bann gezogen hat. Christian Schöne als Karim. Kein Unbekannter. Die Rolle des leichtfertigen, eher am Vergnügen, denn am Lernen interessierten Medizinstudenten verkörpert er meisterhaft. Seine Wandlung zum gnadenlosen Herrscher, des Schah von Persien, ebenso. Dennoch hält Karim seine Wertvorstellung der Freundschaft immer aufrecht. Welch schöne Botschaft Noah Gordons, die natürlich auch das Musical transportiert, einen Muslim, einen Juden und einen Christen beste Freunde werden zu lassen. Karim, der Schah von Persien ist charismatisch. Gutaussehend. Ein leidenschaftlicher junger Mann. Wer Christian Schöne kennt, weiß welche Wandlungsfähigkeit und Ausdruckskraft dieser Darsteller besitzt. Er ist ein Phänomen. Auch gesanglich.
Alle Darsteller, angeführt von Sascha Kurth und Judith Jandl als Rob Cole und Mary Cullen ergänzt vom großartigen Reinhard Brussmann als Ibn Sina und, wie bereits erwähnt, Christian Schöne als Karim, daneben Kristian Lucas als Mirdin sowie alle weiteren Ensemblemitglieder, sind Weltklasse.
Danke für einen Abend voll Zauber und Magie. Das Entführen in eine fremde Welt und vergangene Zeit. Lebendiger, mitreißender und aufregender geht es nicht.



Montag, 5. März 2018 - 21:25 Uhr
Rockabilly Club - Varieté Et Cetera- Bochum - 02.03.2018


The Rockabillies are back...
Im Varieté Et Cetera in Bochum fand am Freitag die seit 10 Jahren landauf, landab gastierende Kult-Show der Rockabillies ihre ersehnte Fortsetzung. Der Rockabilly Club öffnete erneut seine Pforten - mit leckeren Drinks, kreativen Speisen, mit Rock ‚n‘ Roll Musik vom Feinsten und einer Artisten- bzw. Comediantruppe, die das Publikum in Atem bzw. den Lachmuskel am Schwingen hielt. In neuer Besetzung erreichen die Rockabilly Protagonisten eine neue Ebene der Show. War die Show früher dadurch geprägt, dass die beiden Gastgeber der Show Pointe an Pointe reihten, so geht es dieses Mal nicht gemächlicher, aber anders, nämlich besinnlicher und musikalischer zu. Die Verstärkung des Ensembles - Jerry Lee Meier, der neue Conferencier der Show ist ein musikalischer Alleskönner. Er erklärt uns den Rock ‚n‘ Roll am Piano. Er singt, spielt Akkordeon und bläst das Alphorn - mit Leichtigkeit. An seiner Seite, Willi Blue, der etwas schüchterne, doch ziemlich sexy wirkende, hochtalentierte Hauptakteur der Show. Willi kann eigentlich alles. Nur davon muss er die Frauenwelt noch überzeugen. Sein devotes Talent an der Messerwerfwand, seine offensive Peitschenhiebkunst, sein vielseitiges Gesangs- und Jodeltalent sind außergewöhnlich.
Aber Willi kann mehr. Er beherrscht die Schreibmaschine (wer kann das heute noch). Das Alphorn. Und ist mit einer weiteren, unglaublichen Gabe ausgestattet, die in der Nummer „Singing Balls“, einem der Höhepunkte der Show, gipfelt.
Die Show präsentiert verschiedene Gipfel, Leckerbissen, Oh- und Ah-Momente. Sie ist tempo- und actionreich. Sie bietet Artistik von höchster Qualität auf kleinstem Raum. Alles begleitet vom legendären, krachenden Sound der 50er Jahre.
Schwindlig wir dem Publikum bei Fräulein Hildegards Skipping Rope Nummer. Wer ist schneller mit/am/im/über dem Springseil als sie. Gelernt ist gelernt. Nicht zuletzt war sie in dieser Sportart international sehr erfolgreich. Schnelligkeit, Ausdauer, dazu Leichtigkeit und Finesse zeichnen ihre Darbietung aus.
Der nächste „Schwindelerreger“ der Show ist Johnny B. Hoops. Mit der Rasanz seiner Hula-Hoop-Reifen Nummer macht er Fräulein Hildegard in Sachen Tempo, Körperbeherrschung, Dynamik und Action erfolgreich Konkurrenz. Ein absoluter Meister seines Fachs.
Für das Sinnliche der neuen Rockabilly Show sorgt Marie-Ann im Luftring. Grazil schwebt sie am Himmel des Varieté Et Cetera. Biegt und windet ihren Körper anmutig in der Höhe. Aber sie kann auch anders. Zu einer stampfenden Rock ‚n‘ Roll Nummer gibt sie abschließend ordentlich Gas in ihrem Luftring und hält das Publikum unter ihr fasziniert in Atem.
Ein Faszinosum sind immer wieder, all die Jahre - die Farellos. Farella Schmidt, Frau Schmidt genannt, die Seele der Show, und ihr Partner Toni Farello rocken das „Haus“ mit ihren Einrad-Darbietungen von höchster Klasse, ihrer Partnerakrobatik zum Staunen und ihren diversen weiteren Talenten. Ich sage nur -Tierstimmenimitation, Bongo-Spiel und Stimmungsgesang. Ohne die Farellos und ohne Frau Schmidt geht es nicht. Frau Schmidt hat als Nebenbei-Reinigungskraft der Show Besen und Publikum gleichermaßen im Griff.
Ergänzt hat sich das Ensemble der neuen Rockabilly Show durch Little Richie jr., der auf einer freistehenden Leiter seine Darbietung zum Besten gibt. Er sieht ein bisschen aus wie der junge Elvis, bewegt sich rasant auf der Leiter und kippt dabei nie um. Sein extremes Gleichgewichtsgefühl erlaubt ihm Kapriolen auf der Leiter, bei denen unsereins sofort den Boden küssen würde.
Fehlt noch ein Ensemblemitglied, welches am Ende der Show erst richtig zur Geltung kommt. Der singende Koch Luigi entpuppt sich plötzlich als Elvis persönlich und reißt das Publikum zum finalen Schluss noch einmal von den Sitzen. Mit Elvis Presleys Klassikern ist immer Stimmung zu machen. Luigi versteht das vorzüglich. Egal ob von der Bühne aus oder direkt mitten im Publikum - er rockt den Varietésaal. Er hat Stimme, Kostüm, Aussehen und Bewegungen des King, um das Publikum zu faszinieren. Viva Las Vegas...
Die neue Rockabilly Show ist anders, aber wie gewohnt hochdynamisch, kurzweilig, actionreich, musikalisch, kreativ, witzig, bunt anregend, sinnlich, sexy, niveauvoll, spritzig, geistreich - mit einen Wort: Hammer...

Donnerstag, 1. März 2018 - 13:37 Uhr
Firebirds Burlesque Show - Dresden 28.02.2018


Sie war mal wieder jeden einzelnen (geflogenen) Kilometer wert - die neue Firebirds Burlesque Show - uraufgeführt gestern in der Comödie in Dresden.
Was für ein Feuerwerk an Unterhaltung, Kunst, Stil, Tempo, Sinnlichkeit, Talent, Nostalgie, Grazie, Dynamik und Erotik.
Was passiert, wenn fünf Vollblutmusiker auf drei megatalentierte Sängerinnen und drei wunderschöne, hochklassige Burlesque-Tänzerinnen treffen? Richtig - es kracht. Es riecht nach Dynamit. Wunderbare Raketen in Form von Songs, Tanzeinlagen und Burlesque Nummern bevölkerten gestern Abend den Nachthimmel über Dresden. Es leuchtete, funkelte und glitzerte. Und hörte gar nicht mehr auf.
Die neue Firebirds Burlesque Show ist - Rock ‚n’ Roll. Und das nicht nur wegen der vielen Rock ‚n’ Roll Songs, die sie beinhaltet, sondern weil sie ein einzigartiges (Lebens-)Gefühl vermittelt. Ich bin sicher, dass gestern niemand aus der Show gegangen ist, der dies nicht gespürt hat. Wie lange man das Gefühl dann mitnimmt“, bleibt jedem selbst überlassen.
Die Firebirds sind eine Band von Alleskönnern. Der Pianist, Alexander Teich spielt rückwärts, seitwärts, im Stehen und Liegen auf seinem Flügel. Dazu tanzt er mit Mademoiselle Kiki La Bise Rock ,n’ Roll wie ein Profitänzer.
Der Gitarrist ist auch der Sänger. Mitunter auch der hohen Töne. Niemand steht männlicher und aufreizender hinter der Gitarre als Krusdy van Friday. Niemand wirft sich auf die Knie oder fegt über die Bühne - wie er. Ein Phänomen.
Der Saxophonist, Henning Plankl, macht ganz nebenbei den Schlagzeuger und Klarinettisten. Seine Saxophon Soli sind zum In-Die-Knie-Gehen. Oder soll ich sagen zum Dahinschmelzen...?
Der Fels in der Brandung, der die Bassgitarre und den Kontabass gleichermaßen hingebungsvoll „zupft“, ist Konrad Schöpe. Seine Mimik während der Nummern allein rechtfertigt den Besuch der Show. Genau wie die von Schlagzeuger, Sänger und Moderator Guido Gentzel. Wie alle Firebirds lebt er, was er auf der Bühne tut - voller Hingabe und Leidenschaft hinter seinem Schlagzeug, wenn er nicht gerade den Frontmann am Mikrofon mimt.
Die Songauswahl der Firebirds, egal ob acappella oder mit Instrumenten vorgetragen, war brilliant.
Eine bunte Mischung toller Klassiker der 50er und 60er Jahre im unverwechselbaren Firebirds Stil. Entweder hielt es einen kaum auf dem Sitz oder man kuschelte sich gedankenverloren in eben diesen und lauschte mit Gänsehaut dem Vortrag. Wie zum Beispiel einer sehr eigenen, großartigen Version von „Always on my mind“ von Guido Gentzel.
Eigen und großartig sind auch die Pearlettes. Ein Damentrio, das singt und tanzt. Aber wie...
Ich vermute, sie frühstücken Schwarzpulver - so wie sie auf der Bühne explodieren. Sie sind drei unverwechselbare Stimmen, agilste Tänzerinnen, hübsche Frauen, die mit Feuer ihre Songs darbieten. Löschen zwecklos. Sie entfachen mit ihrem unbeschreiblichen Talent einen Flächenbrand. Was für eine kongeniale Ergänzung zu den Firebirds...
Und last, but not least runden, und das im wahrsten Sinne des Wortes, drei Grazien mit ihren Kurven die Firebirds Burlesque Show ab. Rita Lynch, Kiki La Bise und Zoé Scarlett, die Queen of Burlesque, sind Ästhetik pur. Sie sind schön, sie bewegen sich lasziv, sie verstehen die Kunst des Ausziehens, sie haben wunderschöne Kostüme und verzücken die Zuschauer mit ihren Darbietungen. Sie sind drei Diamanten, die die Comödie in Dresden gestern Abend erstrahlen ließen. Als „Lady in Red“ kommt Zoé Scarlett ernst und geheimnisvoll auf die Bühne. Sie beschäftigt ihre Armee an guten Haushaltsgeistern, indem sie sich hier eines Handschuhs auf ein Silbertablett entledigt, dort eines Strumpfs, ihres Rocks, der Korsage, um endlich funkelnd in ihrer betörenden „Unterwäsche“ dazustehen, bestehend aus Glitzer-Slip und Glitter-Pasties, die ihre wundervollen Rundungen gekonnt betonen. Mit einem Blick, einer Drehung, einem Stück Kleidung, dessen sie sich entledigt - zu sinnlicher oder rockiger Musik - verzaubert sie das Publikum - im Endergebnis in fast Nichts. Einem Hauch an Wäsche, der ihren wundervollen Körper wie einen Kometen am Abendhimmel voll zur Geltung bringt. Genau wie die zwei anderen Damen: Kiki La Bise und Rita Lynch. Auch ihre Burlesque Nummern sind ein Ausflug in eine andere Welt. Märchenhafte Kurzgeschichten, mit vollem Körpereinsatz erzählt. Ich fühlte mich verzaubert und inspiriert.
Inspiriert haben mich auch sämtliche Kostüme der Show. Die der wundervollen Burlesque Tänzerinnen sowieso, die der Pearlettes ebenfalls, aber auch die Anzüge der Firebirds allein sind den Besuch der Veranstaltung wert. Die Herren stehen dem Sex Appeal der Damen in nichts nach. Keiner trägt karierte Sakkos oder Fliege und Hosenträger so wie die Firebirds... ;-)
Es war ein Abend hochkarätiger, furioser Unterhaltung - gestern in der Comödie in Dresden. Und mehr noch. Ich erwähnte es eingangs - es war Gefühl und Lifestyle gleichzeitig. Etwas zum Mitnehmen, zum Erinnern, zum Wohlfühlen, etwas für viel mehr als einen Moment. Danke allen Künstlern für diesen außergewöhnlichen Abend. Auf eine großartige Tournee, die heute Abend in Dresden nach der gestrigen Generalprobe ihre Premiere hat und dann durch die Lande ziehen wird.

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