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ein wahres Feuerwerk !
Mozart 14.10.2009
Ich hatte wieder einmal Gelegenheit nach Budapest zu reisen und habe das natürlich mit einem Besuch im Budapester Operettenhaus verbunden. „Mozart“ stand auf dem Programm.
Wer übrigens kein Ungarisch spricht, hat die Möglichkeit die englischen Übertitel des Stücks über der Bühne zu verfolgen.
Die Inszenierung des Stücks war ein Feuerwerk! Nicht nur, dass ein unglaublich großes Ensemble auf der Bühne stand (ich würde sagen mindestens 30 Darsteller), es war – wie immer – auch ein hochkarätiges Ensemble. Allen voran der Mozart-Darsteller, Attila Dolhai, der vom Budapester Publikum zu recht besonders geliebt wird, denn er ist ein großartiger, virtuoser Schauspieler und Sänger. Ich habe ihn schon in vielen unterschiedlichen Rollen erlebt. Ob komödiantisch oder dramatisch – es ist eine wahre Freude seine Wandlungsfähigkeit und Ausdrucksstärke zu sehen.
Er gab einen aufsässigen, arroganten, jedoch auch labilen und verzweifelten Mozart, der im Stück ständig mit sich selbst und der Welt ringt.
Das Musical war gespickt mit kreativen Ideen. Ich möchte diesbezüglich nur eine Szene erwähnen: eine Fahrt des Fürsterzbischof Colloredo im Schlitten vor winterlich verschneiter Landschaft, begleitet von zwei skifahrenden Leibwachen, die man authentischer – durch gekonntes Schauspiel und den Einsatz einer Videoprojektion – nicht hätte darstellen können. Die Inszenierung geizt insgesamt nicht mit Laser- und Videoprojektionen sowie Feuer und Pyrotechnik.
Besonders schön ist auch die Nähe der Schauspieler zu den Zuschauern, denn es gab vor dem Orchestergraben noch einen Teil der Bühne, der oft genutzt wurde.
Es war eine Show mit viel Bewegung seitens der Darsteller und der Bühnenkonstruktion. Es war bunt und spektakulär. Das Wort „Show“ habe ich bewusst benutzt, denn die Inszenierung hatte zum Teil Las-Vegas-Charakter.
Das Musical Mozart von Dr. Michael Kunze und Sylvester Levay ist kein „einfaches“ Stück. Es enthält viel Psychologie und benötigt viele Szenen, um den Höhepunkt des Stücks, das frühe Sterben Mozarts, zu entwickeln. So hat es zugegebenermaßen gelegentlich auch Längen.
Insgesamt jedoch war es furios.
Das Operettenhaus in Budapest ist ein wunderbares, stilvolles Theater. Standing Ovations gibt es in Budapest erst sehr spät, zunächst bleibt man sitzen, klatscht rhythmisch (das war für mich am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig) und hört erst auf, wenn der letzte Darsteller durch eine Tür im Vorhang auf der Bühne in den Katakomben des Theaters verschwunden ist.
Zum Schluss möchte ich noch bemerken, wie schon auf der Startseite meines Webauftritts erwähnt, dass die Ticketpreise in Budapest im Vergleich zu Deutschland und Österreich absolut günstig sind. Ich habe für zwei Tickets (zusammen) in der 6. Reihe, genau in der Mitte, ca. 30 EUR bezahlt. Das ist unschlagbar. Und, wie gesagt, die Qualität stimmt!
Nebenbei ist Budapest eine tolle Stadt, die es sich lohnt zu besuchen…
