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es war der Hammer
We will rock you Berlin 18.02.2011
Eigentlich aus Verlegenheit (da ich eine Elvis-Fotoausstellung in Berlin nicht besuchen konnte, da sie einem privaten Personenkreis vorbehalten war), landete ich im Theater des Westens bei „We will rock you“. Da ich absolut kein Compilation-Musical-Fan bin und mir auch die Geschichte von „We will rock you“ zu trivial erschien, hat es mich zu diesem Musical bis dahin nie gezogen. Nun komme ich aus dem Theater nach mehr als 2 1/2 Stunden Vorstellung (die Pause schon abgezogen) und bin total begeistert. Ich hätte noch stundenlang weiter bei standing ovations mitsingen und –tanzen können zu „We are the champions“, „Bohemian Rhapsody“ oder „Another one bites the dust“. Natürlich sind es in erster Linie die brillianten Songs von Queen, die dieses Musical zum Leben erwecken, aber es sind auch die Darsteller, allen voran die Hauptdarsteller, die den Besuch des Stücks zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. Hinzu kommen: ein tolles Lichtdesign, ein absolut satter Rocksound der Band, schrille, bunte Kostüme und ein schönes Bühnenbild. Es war der Hammer wie die Musiker zusammen mit dem Ensemble das altehrwürdige Theater des Westens „gerockt“ haben. Wow!
Die männliche Hauptrolle – Galileo Figaro – findet in Mark Seibert eine Idealbesetzung. Wäre er nicht Musicaldarsteller geworden, hätte er als Rockstar allergrößte Chancen. Er ist ein hervorragender Schauspieler, überragender Sänger und begnadeter Tänzer. Über seinen Sex-Appeal möchte ich gar nicht erst reden. Ich habe ihn schon bei der einen oder anderen Musicalveranstaltung gesehen und fand ihn schon immer toll, diesmal hat er mich „umgehauen“.
So auch Jessica Kessler als Scaramouche. Ich kenne sie in vielen Rollen. Sie ist die Wandlungsfähigkeit in Person. Sie hat eine Wahnsinnsstimme, mit der sie genau wie Mark Seibert den Saal „rocken“ oder „verzaubern“ kann. Ich bin von ihr restlos begeistert.
Auch die Rolle des Bap (Jörg Neubauer) sowie des Dieter (Dominik Schulz) waren an diesem Abend sehr gut besetzt. Bevor ich das Stück besuchte, war mir unbekannt, welch komödiantisches Potential in diesem Musical und seinen Rollen schlummert. Es enthält sogar ein wenig Gesellschaftskritik, die sich durch das saloppe Veralbern von ebay, Facebook, Cyberspace, Online-Shopping, Boy- und Girlgroups, Castingshows, etc. manifestiert.
Auch die Rollen des Khashoggi (Sascha Th. G. Krebs) und der Killer-Queen (Brigitte Oelke) waren traumhaft besetzt. Was haben die beiden für Stimmen! Echte „Rockröhren“. Selbiges gilt für Ozzy (Silke Braas) und Brit (David Michael Johnson), die ebenfalls an diesem Abend das Potential aufwiesen, das Theater zum Kochen zu bringen.
Ich bin platt, das mir ein Musical gemixt aus bekannten Songs und einer banalen Geschichte so gut gefallen hat. Vielen Dank an Queen für die großartige Grundlage dieses Musicals. Ihre Songs sind Legende. In Gedenken an den viel zu früh verstorbenen Freddie Mercury während des Musicals standen mir sogar Tränen in den Augen. Vielen Dank auch an den Autor (bzw. die Autoren) des Stücks. Damit meine ich auch den deutschen Übersetzter, Heinz Rudolf Kunze, der dem Musical die witzigen Dialoge und scharfen Pointen geschenkt hat. Ich habe einige Male herzlich gelacht.
„We will rock you“ ist ein tolles Unterhaltungsmusical mit Spitzenmusik, guten Gags und zwei strahlenden Sternen als Hauptdarstellern, der „süßen“ Jessica Kessler und dem Beau Marc Seibert.
Ich könnte es glatt noch mal ansehen und –hören.
Yeah!
